Evangelischer Förderverein für Erziehung und Schule in Kenia e.V. Aachen
Evangelischer Förderverein
für Erziehung und Schule
in Kenia e.V. Aachen
Aktuelles im Juli 2011:
Auch das Durumaland ist von der katastrophalen Dürre in Ostafrika
betroffen. Die Trockenheit hält schon ein ganzes Jahr lang an.
Auch hier hungern die Menschen. Eine Hilfsorganisation aus den USA
hilft mit Nahrungsmitteln. Aber diese müssen für die Kinder
der Kinango Primary School zubereitet werden. Deshalb baut unser Verein
eine Küche, damit den Kindern auch wírklich geholfen werden kann.
Auch bei dieser Aufgabe hilft uns jeder Cent, den Sie spenden.
Überblick über unsere Arbeit von Dietrich Boelling, unserem Vertreter in Kenia:
Wir betreuen eine große Primary School in Kinango/Kenia, in einer der ärmsten Gegenden im Südosten des Landes,
Luftline etwa 50km, 70 Straßenkilometer von der Küste des Indischen Ozeans entfernt. Der Ort ist nur schlecht über
eine Piste zu erreichen. Das Land ist sehr trocken. Oft regnet es acht Monate nicht. Die Erdkrume besteht aus Lateriterde und hat
nur eine geringe Stärke. Demnach sind die Felder sehr klein, voller Steine und Unkraut. Die Bearbeitung erfolgt mit Hacke
und Pflanzstock und ist somit extensiv, und die Erträge sind gering. Wegen der langen Trockenzeit reichen die
Lebensmittelvorräte nicht bis zur nächsten Ernte. Die Menschen überbrücken diese Zeit, indem sie ihre Ziegen
verkaufen, die immer noch etwas zu fressen finden, oder sie sind auf Hilfe von außen angewiesen. Nicht selten wird gehungert.
Industrie gibt es hier nicht.
Die Gegend wird vom Stamm der Duruma bewohnt. Die Bewohner sind zu etwa 60% Moslems, zu 40% Christen, die friedlich miteinander leben.
Es gibt noch sehr viele Analphabeten. So gehen nur etwa 19% aller Mädchen zur Schule. Die anderen werden beginnend mit dem
zehnten Lebensjahr verheiratet.
Außer den Grundkenntnissen in Lesen, Schreiben und Rechnen wird in der Schule Englisch schon in der ersten Klasse unterrichtet.
Das hat später große Vorteile, weil bei allen Behörden und im Geschäftsleben in Kenia Englisch benutzt wird und
nicht die Gebrauchssprache Kisuaheli, die aber auch gelehrt wird.
Die Kinango Primary School liegt direkt am Ortsrand. Sie ist eine staatliche Schule. Die Lehrer werden vom Staat bezahlt. Die
Schülerzahl beträgt ca 750 Kinder. Es sind 8 Gebäude mit 16 Klassenräumen vorhanden. Dazu kommen das Lehrerzimmer
mit einer bescheidenen Bücherei, eine Küche, ein Lagerraum und die Toiletten.
Bei Beginn unserer Tätigkeit war die Schule in einem miserablen Zustand. Das Mauerwerk war häufig unvollständig oder
beschädigt, so daß Einsturzgefahr bestand.
Die Dächer waren durchgerostet, die Dachbalken zum Teil von Termiten angefressen.
Es fehlten Türen und die Fenster waren nur offene Löcher. Es waren nicht genug Schulbänke vorhanden. In den Klassen
waren die Fußböden zerbrochen, so daß die Kinder im Bauschutt saßen. Vier Klassen waren so baufällig,
daß sie abgerissen werden mussten.
Seit Beginn unserer Tätigkeit Ende 2003 haben wir ein Gebäude neu gebaut. Alle anderen Klassen sind zu 90% wiederhergestellt.
Im Einzelnen:
- Reparatur und Vervollständigung des Mauerwerks
- Erneuerung aller Fußböden
- Erneuerung der Wellblechdächer durch kunstoffbeschichtete Dächer
- Ersetzen der beschädigten Dachbalken
- Einsetzen von Fenstergittern und Türen
- Umfangreiche Putz- und Anstricharbeiten
- Anlegen einer Wasserleitung zu den Toiletten
- Anschaffung von 230 Schulbänken
Es gibt aber noch viel zu tun:
- Renovierung des Lehrerzimmers, der Küche und der Toiletten, die in einem schlimmen Zustand sind.
- Beseitigung von neuen Schäden (Risse) und erhebliche Anstricharbeiten. Die Kinder haben die Angewohnheit, die Wände zu betatschen.
- Der alte Rektor hat auf nichts geachtet, der neue hat Abhilfe versprochen.
- Es fehlen noch ca 50 Schulbänke, insbesondere für die kleinen Kinder.
Es ist notwendig, das Schulgrundstück einzuzäunen, damit es insbesondere nachts nicht von Unbefugten betreten werden kann, die
Schaden anrichten oder stehlen. Auch fressen die Ziegen alle neuen Gewächse ab, die von Kindern und Lehren angepflanzt wurden. Die
Grundstücksfläche ist sehr groß. Es sind etwa 1 200 Meter Zaun nötig.
Laufende Reparaturen eingerechnet, ist noch ein größerer Geldbedarf in den nächsten drei Jahren notwendig. Wenn dann noch
ein Überschuß für Lehrmittel bliebe, wäre das erfreulich.
Dietrich Boelling (stellv. Vorsitzender), im November 2010, Diani Beach, Kenia
Vereinsziel
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